Mittwoch, 16. August 2017

Rezension: "True North - Wo auch immer du bist" (Vermont-Reihe 1) von Sarina Bowen

True North - Wo auch immer du bist (Vermont-Reihe 1) von [Bowen, Sarina]

Inhalt:

Als Audrey Kidder der finstere Blick von Griffin Shipley trifft, weiß sie sofort, dass ihr Auftrag in Vermont schwieriger wird als gedacht. Doch sie hat keine Wahl: Wenn sie ihren Job behalten will, muss sie Griff davon überzeugen, seinen preisgekrönten Cider zum halben Preis zu verkaufen. Eine harte Nuss, denn der Bio-Farmer ist nicht nur ausgesprochen stur - und unheimlich attraktiv -, sondern seit ihrer heißen Affäre am College auch nicht besonders gut auf Audrey zu sprechen. Und dass sich Audrey in Griffs Nähe augenblicklich so zu Hause fühlt wie nirgends sonst auf der Welt, macht die Sache alles andere als einfach ...


Format: ebook


meine Meinung: 

Mir hat Band 1 dieser dreiteiligen Serie sehr gut gefallen. Das Buch ist in sich abgeschlossen. In Band 2 geht es dann um andere Hauptcharaktere.

Die Geschichte wird kapitelweise abwechselnd aus Griffins und Audreys Sicht erzählt.

An Griffin hat mich besonders beeindruckt, wie sehr er sich dafür einsetzt, den Familienbetrieb am Laufen zu halten und die Verantwortung, die er übernommen hat und auf ihm lastet, zu erfüllen. 

An Audrey mochte ich, wie sehr sie sich darum bemüht, erfolgreich in ihrer Arbeit zu sein – etwas, mit dem sie bisher immer Probleme hatte. Auch wenn sie – gerade im Arbeitsbereich – etwas naiv ist, mochte ich sie doch gerne. Sie hat eine quirlige Art, mit der man sie einfach gernhaben muss. 

Beide Hauptcharaktere waren für mich also sympathisch, auch wenn ich mir nach der Beschreibung Griffin eher als Bären vorstellte, so viel, wie er immer grollte ;-)

Wirklich toll fand ich auch den Familienzusammenhalt im Allgemeinen, wie sehr alle zusammenhelfen, sich gernhaben und auch Audrey schnell als eine der ihren in ihre Mitte aufgenommen haben.

Auch die Beschreibungen der Farm mit den damit verbundenen Arbeiten haben mir sehr gut gefallen und ich konnte mir alles gut vorstellen.

Im Gesamten jedoch fehlte mir ein wenig die Spannung, die Handlung plätscherte manchmal nur dahin, erst gegen Ende zog sie dann an und hat mich dann auch gefesselt.

Die Erotikszenen waren zwar ansprechend geschrieben, aber ich fand sie zu zahlreich, weniger wäre für mich persönlich besser gewesen und hätte die Liebesgeschichte meiner Meinung nach mehr unterstrichen, so hatte es teils den Eindruck eines Erotikromanes, was ich schade finde, denn die Handlung hätte ohne weiteres auch ohne Sex auskommen können.

Fazit: „True North 1“ ist der solide Start einer dreiteiligen Serie, der mir sehr gut gefallen hat, mit sympathischen Protagonisten, bildhaften Beschreibungen und interessanten Informationen über das Führen einer Farm, auch die Nebencharaktere wurden gut ausgearbeitet, ich mochte sie ebenfalls sehr gerne. Ich bin nun gespannt auf Teil 2 und vergebe gern eine Lese- und Kaufempfehlung.

Ich danke NetGalley und dem Verlag Lyx für die Zurverfügungstellung des Leseexemplares, was meine Meinung jedoch nicht beeinflusste.


Rezension: "True North - schon immer nur wir" (Vermont-Reihe 2) von Sarina Bowen

True North - Schon immer nur wir (Vermont-Reihe 2) von [Bowen, Sarina]

Inhalt:

Als Jude in seinen Heimatort in Vermont zurückkehrt, will er nicht mehr daran denken, was vor drei Jahren geschehen ist, als er alles verloren hat: seinen guten Ruf, seine Chance auf eine Zukunft - und Sophie. Seine große Liebe, deren Leben er in einer einzigen tragischen Nach zerstört hat. Sophie ist geschockt von Judes Rückkehr, denn der Mann, der für den Tod ihres Bruders verantwortlich ist, bringt ihr Herz auch nach all den Jahren noch gefährlich aus dem Takt. Und so sehr sie sich dagegen wehrt, spürt sie bald, dass diese Liebe keine Gesetze kennt 


Format: ebook


Nachdem mir Band 1 schon gut gefallen hatte, habe ich mich gefreut, in Band 2 mehr über Jude zu lesen, der im ersten Band bereits ein wenig eingeführt wurde; ich kann gleich anfangs auch sagen, dass mir dieses Buch noch besser gefallen hat als der Vorgänger.

Auch hier wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Jude und der von Sophie, seiner ersten Liebe, erzählt.

Gut gefallen hat mir bei den Kapitelüberschriften zu Jude die jeweilige Einteilung in Graden, wie es Jude mit seiner Suchtbekämpfung geht. Ich mochte Jude sehr gerne. Er kämpft dafür, nach seiner Haftstrafe ins Leben zurückzufinden und gleichzeitig auch seine Sucht zu bekämpfen und clean zu bleiben.

Sophie war mir ebenfalls sehr sympathisch. Sie entwickelt sich im Laufe der Handlung sehr weiter und wird selbstbewusster, lässt sich nicht mehr so viel vorschreiben.

Die Handlung selbst entwickelt sich zügig weiter, der Spannungsbogen steigert sich kontinuierlich, was auch ein Grund dafür war, dass ich das Buch in einem Rutsch ausgelesen habe.

Im Gegensatz zu Teil 1 gab es hier für mich manche Szene, die sehr emotional war und mir die Tränen in die Augen steigen hat lassen. Im Gesamten fand ich die Charaktere von Jude und Sophie besser und nachvollziehbarer ausgearbeitet, ich konnte mich besser in die beiden einfühlen und habe mit ihnen mitgelebt.

Auch die Shipley-Familie kommt hier immer wieder vor, und ich fand es sehr schön, dass sie nun neben Jude auch Sophie einfach in ihre Mitte aufnehmen und wie warmherzig sie sich um alle ihre Lieben kümmern.

Fazit: True North 2 hat mir um einiges besser gefallen. Ich fand die Charaktere besser ausgearbeitet und konnte mich besser einfühlen, auch die Handlung selbst war spannender. Ich vergebe hier gern die volle Sternchenzahl und eine Lese- und Kaufempfehlung.

Ich danke NetGalley und dem Verlag Lyx für die Zurverfügungstellung des Leseexemplares, was meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.


Blogtour "Nachtblumen" von Carina Bartsch - Rezension

Zum Abschluss der "Nachtblumen"-Blogtour möchte ich euch gerne meine Rezension zum Buch vorstellen - ein Buch, das mich von Beginn an mit dem unverkennbaren Schreibstil einer Carina Bartsch gefesselt und mich bis zum Ende nicht mehr losgelassen hat. Ein Buch, das viele Emotionen weckt, ein stilles Buch, ohne Action, aber nichtsdestotrotz einprägsam, ein Buch, das im Kopf bleibt, zum Nachdenken anregt und das man nicht nur einmal liest (Und jetzt hab ich mir mein eigenes Fazit unten weggenommen :) )



Ich bedanke mich bei euch fürs Mitmachen bei der Blogtour, die mir viel Spaß gemacht hat.


Nachtblumen von [Bartsch, Carina]



Inhalt:

Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.


Taschenbuch


meine Meinung:

Ich bin ein großer Fan der Bücher von Carina Bartsch, "kirschroter Sommer" und "türkisgrüner Winter" mit der Geschichte von Emely und Elyas gehören zu den ganz wenigen Büchern, die ich immer wieder hervorhole, bei denen ich einzelne Szenen nachlese und querlese, schmunzle, wieder eintauche in die Geschichte und sie einfach jedes Mal wieder liebe.

Umso mehr hat es mich gefreut, als ich nun das neueste Werk "Nachtblumen" über den Verlag als Leseexemplar für die Blogrunde zur Verfügung gestellt bekommen habe, vielen Dank auch auf diesem Weg dafür! 

Ich muss gestehen, ich habe mich gescheut, mit dem Lesen zu beginnen – kennt ihr das? Man freut sich total aufs Lesen und möchte nicht beginnen, denn wenn man mal begonnen hat, ist man bald fertig und dann gibt es nix mehr zu freuen 😉 So ging es mir mit diesem Buch – ich hab´s ehrlich gesagt ein wenig vor mir hergeschoben, hatte Angst, dass es mir nicht so gut gefallen würde wie die Geschichte von Emely und Elyas – aber einmal begonnen, lösten sich meine Bedenken in Luft auf – denn "Nachtblumen" hat mich ebenso gefesselt.

Die Geschichte wird aus Janas Sicht erzählt. Sie hatte es bisher nicht einfach in ihrem Leben, beginnt nun eine Lehre als Bauzeichnerin auf Sylt und wohnt dort in einem privat geführten Wohnheim gemeinsam mit noch vier anderen Jugendlichen. Alle von ihnen haben – ebenso wie Jana – ihre Päckchen aus der Vergangenheit mitgebracht, und versuchen nun, ihr Leben mit dem Lehrberuf in Griff zu bekommen. 

"Vielleicht ist es manchmal gut, dass man nicht weiß, wie etwas ausgeht, weil es sonst niemals bunt werden könnte."
(Seite 21)

Die Autorin hat einen ganz wunderbar fesselnden Schreibstil, und durch die Schilderung der Gedanken, Gefühle und Unsicherheit von Jana stiegen mir bereits auf den ersten Seiten die Tränen in den Augen, ich habe mit ihr mitgefühlt, konnte gut nachvollziehen, wie es ihr geht, als sie in eine ihr fremde neue Welt eintritt, da hilft alle Freundlichkeit und Unterstützung ihrer neuen Unterkunftgeber nicht. 

Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Jana weiter, und ich habe mich sehr darüber gefreut zu sehen, wie sie erwachsener wird, sich mehr zutraut und Vertrauen zu anderen fasst - es gibt viele kleine Situationen, die zeigen, wie sich Jana langsam heimischer fühlt, so behutsam geschildert, dass man gar nicht anders kann als mit ihr mitzuleben. 

"Manche Worte fliegen an einem vorbei wie Möwen am Meer, manche treffen einen bis ins Mark." 
(Seite 158)

Obwohl aus Janas Sicht erzählt wird, konnte ich mich auch sehr gut in die anderen Charaktere einfühlen, insbesonders auch den von Collin. Es dauert zwar länger, bis man hinter seine Mauern blicken kann, aber spätestens dann muss man ihn einfach mögen. 

"Es kam mir vor, als wäre Liebe ein ganz schmaler Grat. Ein Schritt nach links, und man war so glücklich, dass man es kaum ertragen konnte. Ein Schritt nach rechts, und man stand barfuß in den Scherben."
(Seite 461)

Im Laufe der Handlung erfährt man, warum Jana, Collin und die anderen auf Sylt gelandet sind, jeder einzelne Grund dafür ist schlimm und man kann sich nicht vorstellen, was diese jungen Leute in ihrem Leben bereits mitmachen mussten.

"Aus etwas Negativem wuchs etwas Positives, als hätte das Gute das Schlechte als Nährboden gebraucht, um überhaupt entstehen zu können."
(Seite 282)

Ich bin in das Buch hineingekippt und versunken, habe es in einem Rutsch gelesen und konnte gar nicht mehr aufhören. Und wenn man damit fertig ist, versteht man auch das wunderschöne, zauberhafte Cover, das perfekt zur Geschichte passt.

"Menschen sind wie Bücher. Außen steht der Klappentext für den groben Überblick, und wenn man sie öffnet und hineinschaut, kann man sie gänzlich lesen."
(Seite 409)

Fazit: Dieses Buch ist ganz anders als die Geschichte von Emely und Elyas – dessen sollte man sich bewusst sein, sonst ist man vielleicht enttäuscht. Die Handlung geht viel tiefer und unter die Haut, sie lässt den Leser die Luft anhalten, mitfiebern, trauern, lachen, weinen, schmunzeln und sich ärgern, sie bleibt auch lange nach dem Zuklappen des Buches im Kopf - und genau das ist es, was ein wirklich gutes Buch ausmacht.

Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern erzählt auch davon, das eigene Ich zu finden, zu vertrauen, sich dem Leben zu stellen.

Carina Bartsch versteht es hervorragend, mit bildhafter und einfühlsamer Sprache ihre Charaktere dem Leser näher zu bringen und sie lebendig zu machen, sodass sie Freunde des Lesers werden; die Örtlichkeiten so zu schildern, dass man den Wind fühlen, den Sand spüren, das Meer riechen und schmecken kann.

Ich vergebe eine klare Lese- und Kaufempfehlung.



Blogtour "Nachtblumen" - 7. und letzter Tag





Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, Nacht, Natur und im Freien

In meinem heutigen und letzten Beitrag zur Nachtblumen-Blogtour darf ich euch ein Interview mit der sympathischen Autorin Carina Bartsch präsentieren.

Vergesst nicht, die Nachtblumen zu zählen - ihr braucht sie fürs Gewinnspiel :)

Mir hat es viel Spaß gemacht, die Fragen rauszusuchen  und ich hoffe, Carina hatte ebenso Spaß mit der Beantwortung. Ich war jedenfalls supernervös, denn es ist mein erstes Mal, dass ich ein Interview gestaltet habe :-)


Voilá, los geht´s:

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Liebe Carina, an erster Stelle möchte ich mich ganz herzlich für deine Bereitschaft bedanken, mir die Interviewfragen im Rahmen der Bloggertour zu deinem Buch „Nachtblumen“ zu beantworten.

1.) Erzähl uns doch mal ein wenig über dich, wie bist du zum Schreiben gekommen? 

Geschichten gesponnen habe ich schon seit meiner Kindheit, jedoch bin ich komischerweise nie auf die Idee gekommen, sie aufzuschreiben. Das passierte erst mit Anfang zwanzig. In der Jugend entdeckte ich meine Leidenschaft fürs Lesen und merkte viel zu oft, dass Bücher ganz anders waren, als ich sie gerne gehabt hätte. Ich wollte Geschichten nicht nur lesen, sondern spüren. Ich wollte mich mit ausgearbeiteten, realistischen Charakteren auseinandersetzen und versuchen, die Welt mit ihren Augen zu sehen. Weil ich das in vielen Büchern vermisst habe, begann ich schließlich meine eigenen zu schreiben.


2.) Ich bin ein Fan deiner Bücher „Kirschroter Sommer“ und „Türkisgrüner Winter“, das sind welche der ganz wenigen Bücher, die ich immer wieder hervorhole, querlese und ganze Szenen nachlese. Dein aktuelles Buch „Nachtblumen“ ist das komplette Gegenteil und du hast mal erwähnt, dass es ein Herzensprojekt von dir ist– woher hattest du die Idee zu diesem Buch, gab es dafür einen Anlass?

Das Kompliment freut mich sehr, da die meisten Bücher gelesen und danach für immer weggelegt werden. Inhaltlich unterscheidet sich der neue Roman von meinen vorherigen, das stimmt. Allerdings höre ich ganz oft, dass man schon beim Lesen der ersten Seite von »Nachtblumen« merkt, dass man ein Carina-Buch in den Händen hält.


Ich kann auf jeden Fall sagen, dass all meine Bücher Herzensprojekte sind – das ist die Grundvorsetzung, damit ich überhaupt mit dem Schreiben der Geschichte beginne. Natürlich liegt mir aber jede Geschichte aus anderen Gründen am Herzen. Die Idee zu den Nachtblumen hat mich viele Jahre begleitet, ehe ich mich an die Umsetzung herangetraut habe. So begeistert ich von ihr war, so viel Respekt hatte ich auch. Fast alle Charaktere in dem Buch haben traumatische Erlebnisse durchlebt, umso wichtiger war es mir, dass die Geschichte nie und zu keiner Zeit reißerisch wird. Emotionen ja, sehr intensive sogar, aber eben nichts Gestelltes oder Mitleidheischendes. Die Nachtblumen sollten einfach »echt« werden. Eine Geschichte aus dem Leben. Ich hatte sehr hohe Ansprüche an das Buch und Angst, ihnen nicht gerecht zu werden. Inzwischen bin ich sehr froh, dass ich sie überwinden konnte.

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3.) Was machst du, wenn du mal nicht selbst schreibst? Welche Hobbies hast du?

Es hat durchaus seine Vorteile, wenn man sein leidenschaftliches Hobby zum Beruf machen kann. Jedoch hat es auch mindestens einen richtig bösen Nachteil: Plötzlich steht man da und hat kein Hobby mehr. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Außenstehende das gar nicht wirklich nachvollziehen können, aber ich kann euch sagen, dass es eine kleine Tragödie ist. Im Prinzip muss man seine Freizeit komplett neu gestalten. Ich kann bis heute nicht sagen, dass ich einen Ersatz gefunden hätte, der dieselbe Begeisterung bei mir auslöst, allerdings hat sich zu meinem Glück eine Vielzahl von neuen und kleineren Hobbys gebildet. Wandern zum Beispiel. In den letzten Jahren zieht es mich immer mehr in die Natur, ich kenne die nahegelegene Fränkische Schweiz mittlerweile in- und auswendig. Manchmal guck ich auch gerne Serien oder lese ein Buch. Ansonsten treffe ich mich mit Freunden und verbringe eine entspannte Zeit mit ihnen (das ist eins der schönsten Hobbys). Und wenn ich nichts davon tue, dann plündere ich wahrscheinlich gerade einen Seifen- oder Duft- oder Deko- oder Bettwäscheladen. Das ist wirklich ein Tick von mir. Ein ganz schlimmer ...

4.) Wie kann man sich einen Schreibtag bei dir vorstellen? Brauchst du dafür absolute Ruhe? Wenn du mal im Flow bist, kann man dich da überhaupt ablenken? 

Man kann mich ablenken, und das leider viel zu leicht. Es ist ganz jedes Mal ganz furchtbar, wenn das passiert, aber es lässt sich nie gänzlich vermeiden. Wenn ich schreibe, muss ich mich sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Herzen komplett in die Geschichte eindenken. Ich muss mich fühlen, wie Jana sich fühlt, und gleichzeitig darf ich die anderen Charaktere in der jeweiligen Szene nicht außeracht lassen. Außerdem muss ich zusätzlich jederzeit alle Fäden der Geschichte zusammenhalten, was wiederum Rationalität erfordert. Und dann soll alles noch gut formuliert sein und diesen ganz bestimmten Klang haben, den das Buch innehat.
Weil das für den Kopf durchaus anstrengend ist, brauche ich Ruhe und viel, viel Konzentration. Daher ziehe ich mich zum Schreiben absolut von der Außenwelt zurück.


5.) Emely und Elyas aus "Kirschroter Sommer" und "Türkisgrüner Winter" sind Charaktere, die die Leserwelt auf den Kopf gestellt und begeistert haben mit ihrer Liebesgeschichte und viele wünschen sich eine Fortsetzung (ich gehöre übrigens zu der Minderheit, für die die Geschichte abgeschlossen ist 😊) – begleiten dich die beiden trotzdem auch jetzt noch? 


Aber natürlich, ich habe so viele Jahre mit den beiden verbracht, dass ich gar nicht anders kann, als bei bestimmten Momenten oder Begebenheiten an sie erinnert zu werden oder auf andere Weise an sie zu denken. Hinzukommt, dass ich immer noch mehrmals wöchentlich Rückmeldungen zu Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter bekomme, obwohl die Veröffentlichung schon so lange zurückliegt. Die Bücher werden auch immer noch nachgedruckt und sind mittlerweile in die 15. Auflage (Kirschroter Sommer) und 13. Auflage (Türkisgrüner Winter) gegangen. Selbst wenn ich also wollte – ich könnte die beiden gar nicht aus dem Kopf bekommen. Zum Glück möchte ich das auch gar nicht. Es ist schön, sie immer bei mir zu haben.



6.) Jetzt noch eine Frage zum absolut bezaubernden, wunderschönen und zur Geschichte passenden Cover ... entwirfst du das selbst, hat der Verlag darauf Einfluss? (oft liest man ja, dass Autoren die Coverwahl nicht oder nur wenig beeinflussen können). 

Es ist nämlich so, dass ich meine Buchcover selbst entwerfe. Mir ist es sehr wichtig, dass sie schön, aber nicht 0815 sind, und gleichzeitig die Stimmung, die Atmosphäre der jeweiligen Geschichte wiedergeben. Da ich sehr perfektionistisch veranlagt bin, kommt es meistens zu unzähligen Entwürfen, ehe ich endlich das richtige Cover für ein Buch gefunden habe. Zu Gute kommt mir beim Gestalten, dass ich ein bisschen grafische Vorerfahrung mitgebracht habe.

Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, Nacht, Natur und im Freien

7.) Hast du schon eine Idee für dein nächstes Buchprojekt, mit dem du uns verzaubern möchtest/kannst, oder müssen sich Jana, Collin und die anderen erst noch von deinem Kopf verabschieden?

Das ist eine Frage, mit der ich mich in den nächsten Wochen und Monaten befassen werde. Ideen gibt es viele, aber welche davon mein nächstes Buch wird, hat mir die jeweilige Idee noch nicht verraten.

8.) and the last: Möchtest du deinen LeserInnen in der Welt da draußen noch etwas sagen?

Ich würde mich gerne für die zahlreichen und sehr intensiven Rückmeldungen zu meinen Büchern bedanken, ganz besonders in letzter Zeit zu den Nachtblumen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Welt immer oberflächlicher wird, daher ist es schön miterleben zu dürfen, dass das Interesse an Geschichten, die tiefer dringen, nicht verloren ist, obwohl das manch einer glaubt. Schreiben bedeutet mir sehr viel, und es macht mich glücklich, dass so viele Menschen die Charaktere aus meinen Büchern – mit all ihren Ecken und Kanten – genauso sehr ins Herz geschlossen haben wie ich selbst.


Liebe Carina, ich möchte mich ganz herzlich einerseits für die Interviewfragen-Beantwortung bedanken (es kommen wahrscheinlich von vielen immer die gleichen Fragen und das ist sicherlich auch manchmal mühsam), als auch dafür, dass du uns LeserInnen so viele bezaubernde, wunderschöne, emotionale, lachende, weinende und einfühlsame Lesestunden schenkst – ich jedenfalls freue mich schon sehr auf dein nächstes Buch, wann es auch immer kommen möge 😊

Bild könnte enthalten: Pflanze, Blume, Nacht, Natur und im Freien


Meine heutige Tagesfrage an euch lautet: 

Diese Frage geht diesmal an euch Leser: Was ist euer liebstes Hobby, womit beschäftigt ihr euch gerne, wenn ihr nicht arbeiten müsst?




Und damit komme ich gleich zu unserem Gewinnspielhinweis im Zusammenhang mit der Tagesfrage:

Wir dürfen 3 mal 1 Print "Nachtblumen" von Carina Bartsch verlosen.
- Die Gewinne werden direkt vom Verlag verschickt -
Nachtblumen von [Bartsch, Carina]


Bitte beantworte die jeweilige Tagesfrage auf dem jeweiligen Blog als Kommentar und verrate uns in einer Mail die Gesamtanzahl der Nachtblumen, welche wir in den Beiträgen eingefügt haben. Es genügt eine Mail am Ende der Blogtour.


Teilnahmeschluss ist der 18.08.2017 24 Uhr an gewinnspiel@booktraveler.de
Betreff: Nachtblumen


Unsere Teilnahmebedingungen findest du hier (http://www.booktraveler.de/blogtouren/teilnahmebedingungen/)

Bleibt noch ein wenig da, um 14.00 Uhr kommt noch meine Rezension zum Buch!


Dienstag, 15. August 2017

Blogtour "Nachtblumen" - Tag 6 bei Sonja


An Tag 6 unserer Blogtour könnt ihr bei Sonja nachlesen, welche Musiktitel im Buch vorkommen, die die Handlung unterstreichen.


Auch hier wieder unser Gewinnspielhinweis:


Wir dürfen 3 mal 1 Print "Nachtblumen" von Carina Bartsch verlosen.
- Die Gewinne werden direkt vom Verlag verschickt -


Bitte beantworte die jeweilige Tagesfrage auf dem jeweiligen Blog als Kommentar und verrate uns in einer Mail die Gesamtanzahl der Nachtblumen, welche wir in den Beiträgen eingefügt haben. Es genügt eine Mail am Ende der Blogtour.


Teilnahmeschluss ist der 18.08.2017 24 Uhr an gewinnspiel@booktraveler.de
Betreff: Nachtblumen


Unsere Teilnahmebedingungen findest du hier (http://www.booktraveler.de/blogtouren/teilnahmebedingungen/)


Morgen ist auch schon unserer letzter Tag der Blogtour und da findet ihr dann einen Beitrag von mir.



Autorentag mit Lotte R. Wöss: Rezension "per Handschlag für immer"

Nun habe ich hier noch den letzten Beitrag anlässlich des Autorentages mit Lotte R. Wöss für euch - meine Rezension zu "per Handschlag für immer"
Ich bedanke mich fürs Mitlesen!

Per Handschlag für immer von [Wöss, Lotte R.]
Inhalt:

Nur ein Ehevertrag samt Marketingtrick vereint Nora und Klaus. Die mollige Besitzerin einer Schokoladenmanufaktur und der enttäuschte Leiter einer renommierten Backwarenfirma wollen gemeinsam ein neues Produkt auf den Markt bringen. Gefühle haben in dieser Partnerschaft keinen Platz. Zu sehr sind die beiden mit Vorurteilen und persönlichem Ballast behaftet. Doch dann bekommt das Paar einen unberechenbaren Mitspieler …


Format: Taschenbuch


meine Meinung:

Im Rahmen der Buchbloggerbox von Manus Bücherregal durfte ich dieses Buch der Autorin lesen und möchte mich sowohl bei Manu für die Organisation, als auch bei der Autorin für das Rezensionsexemplar bedanken.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Die Geschichte wird in dritter Person abwechselnd aus Noras und Klaus´ Sicht erzählt, und gleich zu Beginn, als Nora Klaus den Heiratsantrag macht, musste ich das erste Mal schmunzeln.

Die Autorin hat es geschafft, liebevoll gezeichnete liebenswerte Charaktere zu schaffen und dem Leser zu vermitteln, wie schwer es in der heutigen Gesellschaft ist, "anders" zu sein - Nora ist groß und ein wenig übergewichtig, Klaus hat Narben nach einem Wolfsrachen. Beide haben ihre Komplexe und können sich nicht vorstellen, der Liebe wert zu sein. In diesem Zusammenhang kommt mein einziger Kritikpunkt und Grund für einen Stern Abzug: Es wird für meinen Geschmack zu oft betont, dass Nora zu dick ist und Klaus Narben hat. Gleich zu Beginn wird das Thema angesprochen, und danach wäre es nicht notwendig gewesen, es so oft in Erinnerung zu bringen.

Ansonsten jedoch ist die Geschichte ganz wunderbar - es hat mir viel Spaß gemacht zu beobachten, wie sich beide näherkommen und sich verlieben - und alle sehen es, nur sie selbst nicht. Verbunden ist die Liebesgeschichte mit einer Firmensabotage, die fast schon einem Krimi gleicht, denn auch wenn man dachte, auf der richtigen Spur zu sein, gab es doch so viele unvorhersehbare Wendungen, dass man lange Zeit eben nicht weiß, wie es ausgehen wird. 

Sowohl Nora als auch Klaus mochte ich sehr gerne. Sie haben beide viel Ballast in ihre Beziehung mitgebracht, der sich nicht so einfach abwerfen und vergessen lässt. Auch die Nebencharaktere sind toll gezeichnet, und vor allem Klaus´ Brüder mochte ich gerne - sie haben mich neugierig auf ihre Geschichte gemacht. 

Der Schreibstil ist locker, lässt sich gut lesen, und ich hatte das Buch an zwei Nachmittagen durch.

Was mir besonders gut gefallen hat, waren die typisch österreichischen Ausdrücke für die Speisen und auch Beschreibungen. "Du hast wohl einen an der Marille" hört und liest man zum Beispiel ziemlich sicher nicht außerhalb Österreichs :-)

Fazit: Es ist eine Liebesgeschichte mit einigen durchaus romantischen Momenten, mit liebenswerten Charakteren, die es mir leichtgemacht haben, sie gern zu mögen. Der Spannungsaufbau ist gut gestaltet, und es hat mir Spaß gemacht, in die Geschichte der Schokoladenmanufaktur Spatz und der der Backwarenfirma einzusteigen. Lediglich die oftmalige Betonung der "Mängel" von Nora und Klaus haben den Lesespaß einer tollen Geschichte ein wenig gemildert. Ich vergebe gern eine Leseempfehlung.



Autorentag mit Lotte R. Wöss - Textauszüge

Hallo zu Teil 2 meines Autorentages mit Lotte R Wöss


Hier könnt ihr Teil 1 meines heutigen Tages nachlesen, eine Vorstellung der Autorin und ihrer Bücher.


Jetzt möchte ich euch einige Textschnipsel aus "per Handschlag für immer" präsentieren:

 Per Handschlag für immer

Inhalt zum Buch:

Nur ein Ehevertrag samt Marketingtrick vereint Nora und Klaus. Die mollige Besitzerin einer Schokoladenmanufaktur und der enttäuschte Leiter einer renommierten Backwarenfirma wollen gemeinsam ein neues Produkt auf den Markt bringen. Gefühle haben in dieser Partnerschaft keinen Platz. Zu sehr sind die beiden mit Vorurteilen und persönlichem Ballast behaftet. Doch dann bekommt das Paar einen unberechenbaren Mitspieler …


Schnipsel 1: 

"Die Kekspraline Hochzeitskuss muss mit einem Knalleffekt eingeführt werden! Das erste Mal wird sie bei unserer Hochzeit verteilt und danach an sämtliche Vertriebsquellen geliefert. Ziel ist, dass verliebte Pärchen sich mit dieser Keks-Praline identifizieren."
(Seite 13)


Schnipsel 2:

"Sie gehören jedoch nicht zu den oberflächlichen Menschen, die bei ihren Mitbürgern nicht in tiefere Schichten bohren können. Vor allem wissen Sie aus eigener Erfahrung, wie schnell man vorverurteilt und ausgegrenzt wird."
(Seite 15) 


Schnipsel 3:

"Schwärmerische Gefühle würden keine Rolle spielen, hingegen Respekt, Treue, Ehrlichkeit und Freundschaft."
(Seite 81)

Schnipsel 4: 

"Respekt, Loyalität, Vertrauen - das sollte die Basis seiner Ehe werden. Jetzt sah es so aus, als würde er mehr bekommen."
(Seite 178)


Schnipsel 5:

"In die kalten Paragraphen des Vertrages hatte sich  Wärme eingeschlichen. Die Liebe war eine Mitspielerin, die er nicht eingeplant hatte, doch nun war sie einfach da."
(Seite 225)