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Freitag, 15. Juli 2016

"was auch immer geschieht" von Bianca Iosivoni

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Inhalt:

Sie darf ihn nicht lieben. Denn er ist ihr Stiefbruder.

Sieben Jahre ist es her, seit Callie und Keith sich zuletzt gegenüberstanden. Damals, kurz nach Callies dreizehntem Geburtstag, war ihr Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen - einem Unfall, an dem Keith die Schuld trug. Callie konnte ihrem Stiefbruder nie verzeihen. Noch heute leidet sie unter den Erinnerungen an das schreckliche Ereignis. Doch als sie für den Highschoolabschluss ihrer kleinen Schwester in das Haus ihrer Stiefmutter zurückkehrt, begegnet sie Keith zum ersten Mal nach all den Jahren wieder. Sofort flammen ihre Wut und ihr Hass auf ihn wieder auf. Aber auch die gefährlichen Gefühle, die Keith schon damals in ihr ausgelöst hat ...

Ausgabeformat: ebook


meine Meinung:

Es gibt Bücher, in die kippt man von Beginn an hinein – dieses hier ist eines davon.

Ich hatte von der Autorin bisher zwar schon gehört, kannte aber noch keine Bücher von ihr – und als „was auch immer geschieht“ nun über NetGalley angeboten wurde, habe ich mich sehr darüber gefreut, als ich es anfragte und erhalten habe – vielen Dank auf diesem Weg dafür!

Mir hat dieses Buch super gefallen. Der Schreibstil ist flüssig, und die Geschichte wird aus der Sicht von Callie erzählt. Sie kehrt nachhause zurück, um dem Schulabschluss ihrer jüngeren Schwester beizuwohnen, und trifft dort ihren Stiefbruder Keith, den sie sieben Jahre nicht gesehen hat. Vor sieben Jahren passierte etwas Schreckliches, an dem sie Keith die Schuld gibt, und das sie ihm nicht verzeihen kann – trotzdem schlägt ihr Herz höher, wenn sie ihn nur ansieht.

Die Autorin hat es sehr gut geschafft, diesen Zwiespalt der Gefühle von Callie darzustellen – den Hass gegen Keith einerseits, auf der anderen Seite die unwillkommenen Gefühle für ihn, die sie total aus der Bahn werfen.

Callies Aufenthalt zuhause, den sie über die letzten Jahre aufgrund ihres Studiums immer nur sehr kurz gehalten hat, und das Wiedersehen mit Keith zwingen sie aber auch dazu, sich der Tragödie, die vor sieben Jahren passiert ist, zu stellen und die bisher unterdrückten Gefühle drängen nun mit aller Macht nach oben. Auch das wurde sehr nachvollziehbar beschrieben, und hin und wieder standen mir die Tränen in den Augen, weil sie mir so leidgetan hat. Und ab und zu wollte ich Callie mal kurz in den Allerwertesten treten, weil sie so ein Sturkopf ist. Aber meistens fand ich sie einfach nur einen wirklich sympathischen Charakter – eine junge Frau, der Schlimmes wiederfahren ist, und die nun versucht, dies alles zu verarbeiten, um ihr Leben wieder in Griff zu bekommen. Keith wiederum mochte ich auch total gerne, weil man bald sieht, dass seine Coolness nur eine Maske ist, unter der er seine Verletzlichkeit verbirgt, und der es nicht leicht hat mit Callie.

Sehr gut hat mir die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden gefallen - zu Beginn der Hass gegen Keith, das langsame Annähern, die Ensicht, das er vielleicht doch nicht so schlimm ist, wie sie glaubte, das Vertrauen zu ihm, das sie langsam wieder aufbaut, und natürlich auch die Angst davor, dass ihre Gefühle zu ihm entdeckt werden, da er doch ihr Stiefbruder ist.

Die Handlung spinnt sich zügig weiter, und keine Minute wurde mir mit dem Buch langweilig. Es lässt sich super lesen und die Charaktere sind allesamt sehr gut ausgearbeitet. Was mir so gut gefallen hat, war die Beschreibung von Callies Zwiespalt, und wie sich ihr Hass langsam in etwas anderes wandelt, wie sie vernünftiger wird und darüber nachzudenken beginnt, ob sie an ihrem Hass festhalten soll.

Ein Buch, das viel mehr Tiefe enthält, als man anhand der Kurzbeschreibung glauben könnte, und das mich jede Leseminute unterhalten hat – vielen Dank an die Autorin dafür, das war sicherlich nicht mein letztes Buch von ihr.




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