Mittwoch, 8. März 2017

"Anfang 40, Ende offen" von Franka Bloom


Inhalt:

Von ihrem Mann für eine Jüngere verlassen, die Tochter fast aus dem Haus, träumt Vera davon, ihr altes Leben als Mutter und Ehefrau zu beenden. Und auf der Höhe ihrer Karriere in neuer Qualität und Freiheit mit mehr Reife neu durchzustarten. Doch alles kommt ganz anders, denn dass Vera überraschend schwanger wird, statt in die Wechseljahre zu kommen, hat weder mit jugendlichem Leichtsinn zu tun noch mit der erhofften Reife.

Ein Roman über die Suche nach sich selbst, über alte Träume, neue Wege und das große Glück.


gebundene Ausgabe


meine Meinung:

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde bei lovelybooks lesen, wofür ich mich herzlich bedanken möchte.

Vera lebt in Scheidung, wobei ihr noch-Mann diese zum zweiten Mal platzen lässt. Sie hat eine 18jährige Tochter, die bald von zuhause ausziehen soll und ihr plötzlich eröffnet, dass sie doch noch ein wenig länger daheim bleiben will. Und dann lernt sie auch noch Paul kennen, einen jungen Lehrer, und das Gefühlschaos ist perfekt ...

Die Handlung wird aus Veras Sicht, einer Mittvierzigerin, in Ich-Form erzählt, womit ich mich sehr gut in ihre Gedanken einfühlen konnte.  Der Schreibstil ist flüssig und witzig, und nicht nur einmal musste ich schmunzeln.

Vieles, was Vera beschäftigt - der Versuch eines Neubeginns nach einer Scheidung, die Sorgen, die man sich um sein Kind macht, auch wenn es erwachsen ist, das Gefühl, dass man noch was aus seinem Leben machen will - hat die Autorin hier sehr gut geschildert und ich konnte mich als ebenfalls Mittvierzigerin großteils sehr gut in sie hineinfühlen, auch wenn ich nicht in Scheidung lebe.

Trotzdem konnte ich mich Vera nicht so ganz warm werden, sie war mir teils in ihren Entscheidungen zu wankelmütig. Das haben aber wiederum ihre Tochter Greta, die sich im Laufe der Handlung toll entwickelt, und ihre zwei Freundinnen wieder wettgemacht, die ich allesamt sehr gerne mochte. Auch ihren (Ex)Mann Sven, der anfangs mit seinem Verhalten so gar nicht bei mir punkten konnte, mochte ich gegen Ende der Geschichte recht gerne. Der Junglehrer Paul war für mich etwas schwierig einzuschätzen - einerseits war er sehr erwachsen und auch vernünftig bei anderen Dingen wiederum war er wie ein Jugendlicher, trotzdem mochte ich auch ihn recht gerne.

Den Schluss hatte ich so nicht erwartet, aber eigentlich hat er dann so gepasst, weil er zeigt, dass Vera nach ihrem Gefühlswirrwarr endlich bei sich angekommen ist.  Er kam mir aber zu abrupt und auch, wenn es einen Epilog gegeben hat, hätte ich mich gefreut, nach den ausführlichen Schilderungen von Veras Gefühlsleben auch am Ende noch ein wenig mehr darüber zu lesen.

Insgesamt war es ein Buch, das mich nach anfänglichen leichten Längen dann doch noch überzeugen konnte, das teils ein wenig überspitzt das Gefühlsleben von Frauen schildert, die ihren Zenit erreicht haben, und das mir sehr gut gefallen hat - vielen Dank für unterhaltsame Lesestunden an die Autorin dafür!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über deinen Kommentar!