Donnerstag, 23. März 2017

"Ein Vorurteil kommt selten allein" von Karin Lindberg


Inhalt:

Er ist Erotikautor und ein echter Bad Boy.
Sie liebt die Poesie der deutschen Sprache.

Beim ersten Zusammenstoß auf dem Parkplatz stellt Lilli fest: Dieser sexy Kerl ist ein Idiot! Als sie ihm unverhofft wiederbegegnet, fliegen jedoch statt heftiger Worte die Funken. Was gegensätzlich aussieht, erweist sich als gar nicht so unterschiedlich. ... Alles wäre ganz einfach, wenn es da nicht seine verhängnisvolle Lüge gäbe, die fast zerstört, was beide verbindet.

Gibt Lilli der Liebe trotzdem eine Chance, oder wird sie selbst zu einer tragischen Heldin wie in den Büchern, die sie so heiß und innig liebt?


Ausgabeformat: ebook


meine Meinung:

Ich hatte bisher erst ein Buch der Autorin gelesen, welches mir sehr gut gefallen hatte, und war nun gespannt auf ihr neues Werk.

Gleich zu Beginn, als sich Lilli und Ansgar um den Parkplatz streiten, musste ich schmunzeln. Die Geschichte wird aus beider Sicht erzählt, und das hat mir auch gut gefallen, gibt es doch so Gelegenheit, sich in die Gedanken der Protagonisten einzufühlen und sie besser zu verstehen. Der flüssige Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei, dass man sich rasch in die Handlung einfindet.

Es wird die Shades of Grey-Welle ein wenig aufs Korn genommen, was ich sehr amüsant fand. Grundsätzlich kann ich auch Lillis Verhalten verstehen, die die Romane frauenverachtend findet, allerdings konnte ich vor allem gegen Schluss des Buches nicht mehr nachempfinden, dass sie so massiv dagegen ist.

Ansgar mochte ich sehr gerne - ich habe es auch gut verstanden angesichts Lillis Abneigung gegen den Autor, dass er sich nicht als derjenige outet. Er ist manchmal ein wenig unbeholfen, gewinnt bei mir aber sehr an Punkten, als er die Initiative ergreift, ich fand seinen Charakter nachvollziehbar geschildert und konnte mich gut in ihn hineinversetzen.

Auch Lilli wurde sehr gut charakterisiert, und bis auf ihre zu extreme Abneigung war sie mir auch sympathisch. Süß fand ich, wie der Aufbau der Beziehung zu Ansgars Hund geschildert wurde.

Der Schreibstil ist flüssig, allerdings hat sich das Buch stellenweise auch ein klein wenig gezogen, vor allem das Drama gegen Ende war für meinen Geschmack etwas zu sehr auseinandergezogen, und mir tat Ansgar, der sich um sie bemühte, wirklich leid ;-)

Was mir gut gefallen hat, war, dass es sich hier um Charaktere handelt, die ihre Ecken und Kanten haben, die mit ihren Fehlern dargestellt werden und dadurch als Menschen, die man auch gerne im wahren Leben kennenlernen möchte.

Fazit:
Ein Buch, das jedenfalls lesenswert ist und ein paar schöne Lesestunden beschert, es ist eine Geschichte mit Humor und Protagonisten, in die man sich gut hineinfühlen konnte. Lediglich ein paar kleine Längen und eine Protagonistin, die sich zu sehr in ihre Abneigung hineinsteigert, haben mein Lesevergnügen ein klein wenig vermindert. Ich vergebe jedoch trotzdem gerne eine Leseempfehlung.

Ich habe das ebook über den Verlag als Rezensionsexemplar erhalten, wofür ich mich herzlich bedanke, meine Meinung wurde jedoch dadurch nicht beeinflusst.







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