Sonntag, 9. April 2017

"Die Tage, die ich dir verspreche" von Lily Oliver

Die Tage, die ich dir verspreche: Roman von [Oliver, Lily]

Inhalt:

Wie fühlt es sich an, das Herz eines Fremden in sich zu tragen? Dieser Frage widmet sich Lily Oliver in ihrem bewegenden Roman "Die Tage, die ich dir verspreche".
»Du hast Glück, Gwen, alles wird gut, Gwen.« Seit ihrer Herztransplantation hört Gwen nichts anderes mehr. Doch statt überschäumender Lebensfreude fühlt sie nur Schuld gegenüber dem Menschen, der für sie gestorben ist. Und so fasst sie in einer besonders verzweifelten Nacht einen ungeheuerlichen Plan: Sie will ihr neues Herz verschenken und sterben. Ihr entsprechendes Angebot in einem Internetforum liest dessen Moderator Noah, ein junger Student, der keinen großen Sinn in seinem Leben sieht. Er hält ihr Angebot für einen üblen Scherz, geht aber zum Schein darauf ein. Erst als Gwen am nächsten Tag vor ihm steht, um ihn beim Wort zu nehmen, erkennt er, wie schrecklich ernst es ihr ist. Nur mit einem gewagten Handel und einer furchtbaren Lüge kann er ihr das Versprechen abringen, ein paar weitere Tage durchzuhalten. Tage, in denen Noah alles daran setzen muss, Gwen von etwas zu überzeugen, woran er selbst kaum noch glaubt: Dass das Leben lebenswert ist.


Ausgabeformat: ebook


meine Meinung:

Ich war vor längerem bereits nach dem Lesen der Leseprobe sehr gespannt, wie das Buch sein würde und habe mich daher sehr gefreut, dass ich im Rahmen einer Lesestudie die Möglichkeit erhalten habe, das Buch zu lesen - danke dafür an Jellybooks und den Verlag Droemer-Knaur.

Die Autorin hat einen flüssigen und einprägsamen Schreibstil. Die einzelnen Kapitel werden von Postings aus einem Forum für Herzkranke eingeleitet, was mir sehr gut gefallen hat. Die Charaktere von Gwen und Noah, aus deren abwechselnder Sicht erzählt sind, sind sehr gut ausgearbeitet.

Gwen leidet unter Schuldgefühlen den Angehörigen jener Person gegenüber, dessen Herz sie erhalten hat. Sie hat das Gefühl, dass sie dankbar und glücklich sein muss, verfällt jedoch im Gegenteil in eine Depression. Als sie Noah kennenlernt, lernt sie langsam, ihr Leben zu akzeptieren, dass sie nichts dafür kann, dass sie leben darf, und dass sie beginnen muss, ihr Leben in Angriff zu nehmen. Ich mochte Gwen sehr gerne. Sie musste in ihrem jungen Leben bereits sehr viel durchmachen, und es standen mir bei ihren Gedanken nicht nur einmal die Tränen in den Augen.

Noah mochte ich auch sehr gerne. Er hat die nicht ganz einfache Aufgabe, ein Forum für Herzkranke zu betreuen, wofür er sich mit aller Kraft einsetzt. Sonst jedoch weiß er nicht so recht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Und so, wie er Gwen hilft, wieder ins Leben zu finden, so hilft sie ihm im Gegenzug zu erkennen, was er von seinem weiteren Leben erwartet, sich damit auseinanderzusetzen, was er wirklich tun möchte. Jedoch plagen ihn auch furchtbare Schuldgefühle Gwen gegenüber, die denkt, dass auch er ein neues Herz braucht. 

Mir hat sehr gut gefallen, wie sich beide im Laufe der Handlung weiterentwickeln. Ich konnte Gwens anfängliche Verzweiflung, Wut und Schuldgefühle gut nachvollziehen. Auch bei Noah wurde gut ausgearbeitet, wie sich seine anfängliche Hilfsbereitschaft und auch Hilflosigkeit Gwen gegenüber langsam in Liebe verwandeln.

Dieses Buch gibt dem Leser zu denken. es zeigt auf, dass eine erfolgreiche Transplantation nicht immer heißen muss, dass es dem Empfänger schlagartig gut geht - vom Körperlichen her vielleicht, aber die Psyche spielt auch eine große Rolle. 

Obwohl hier natürlich auch die Liebesgeschichte der beiden in den Vordergrund gerückt wurde, geht die Geschichte doch tief. Es ist ein ruhiges Buch, wer Action und Knalleffekte sucht, ist damit auf jeden Fall falsch bedient.

Fazit: Eine wirklich schön geschriebener Roman, der aufzeigt, dass das Leben nach einer Organtransplantation nicht immer einfach ist. Eine Liebesgeschichte, die zeigt, dass nicht immer alles so läuft, wie man es glauben sollte, mit zwei wunderbar ausgearbeiteten Charakteren. 

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und es konnte mich abholen und mitnehmen - Ich vergebe eine klare Leseempfehlung.





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